Zertifizierungen für grünes Bauen erklärt

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Ein Gründach im Bau, darunter sichtbar Abdichtung, Drainschicht und Substrat unter teilweise verlegten Sedummatten

Die Zertifizierung von Gebäuden durch Dritte ist ein wichtiges Instrument zur Überprüfung der Umweltqualität. In diesem Artikel vergleiche ich die drei am weitesten verbreiteten Zertifizierungssysteme.

BREEAM

Building Research Establishment Environmental Assessment Method ist ein britisches Bewertungssystem, das 1990 entstand. Es ist das älteste und weltweit am weitesten verbreitete Gebäudezertifizierungssystem.

Was bewertet BREEAM?

  • Projektmanagement
  • Gesundheit und Wohlbefinden
  • Energie
  • Verkehr
  • Wasser
  • Materialien
  • Abfall
  • Flächennutzung und Ökologie
  • Umweltverschmutzung

Zertifizierungsstufen

  • Pass (≥ 30%)
  • Good (≥ 45%)
  • Very Good (≥ 55%)
  • Excellent (≥ 70%)
  • Outstanding (≥ 85%)

LEED

Leadership in Energy and Environmental Design ist ein amerikanisches System, das vom U.S. Green Building Council entwickelt wurde. Es ist in Nordamerika und Asien sehr verbreitet.

Was bewertet LEED?

  • Integrativer Prozess
  • Standort und Verkehr
  • Nachhaltige Grundstücke
  • Wassereffizienz
  • Energie und Atmosphäre
  • Materialien und Ressourcen
  • Raumluftqualität
  • Innovation
  • Regionale Priorität

Zertifizierungsstufen

  • Certified (40-49 Punkte)
  • Silver (50-59 Punkte)
  • Gold (60-79 Punkte)
  • Platinum (80+ Punkte)

Passivhaus

Im Gegensatz zu BREEAM und LEED konzentriert sich Passivhaus ausschließlich auf Energieeffizienz. Es ist der strengste Standard für Niedrigenergiegebäude.

Die Schnittkante einer Dreifachverglasung mit drei Scheiben, getrennt durch zwei dunkle Abstandhalter
Von den dreien ist der Passivhaus-Standard der einzige, der Zahlen direkt für Bauteile wie dieses vorgibt, statt Punkte für Absichten zu vergeben.

Zertifizierungsstufen

  • Passivhaus Classic
  • Passivhaus Plus (mit Erzeugung erneuerbarer Energie)
  • Passivhaus Premium (energiepositives Gebäude)

Vergleich

KriteriumBREEAMLEEDPassivhaus
SchwerpunktUmfassendUmfassendEnergie
HerkunftGroßbritannienUSADeutschland
Verbreitung in der SlowakeiHochNiedrigMittel
Zertifizierungskosten€€€€€€€€

Welche Zertifizierung wählen?

  • BREEAM - geeignet für Gewerbeprojekte, weit verbreitet im slowakischen Markt
  • LEED - ideal für internationale Projekte, insbesondere mit amerikanischen Investoren
  • Passivhaus - beste Wahl für Wohnprojekte mit Fokus auf Energieeffizienz
  • DGNB - das deutsche System, das ein Gebäude über den gesamten Lebenszyklus inklusive wirtschaftlicher Qualität bewertet; in Mitteleuropa, einschließlich der Slowakei, wird es zunehmend von institutionellen Investoren nachgefragt, daher gehört es bei Gewerbeprojekten neben BREEAM in die engere Auswahl

Fazit

Die Wahl der Zertifizierung hängt vom Projekttyp, den Anforderungen des Investors und dem Zielmarkt ab. Oft ist eine Kombination von Zertifizierungen möglich - zum Beispiel BREEAM Excellent mit Passivhaus-Standard.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Zertifizierung für grünes Bauen in der Slowakei Pflicht?
Nein. BREEAM, LEED, DGNB und Passivhaus sind freiwillige Systeme, die vom Investor beauftragt werden. Das einzige Pflichtdokument ist der Energieausweis gemäß dem Gesetz über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, der bei der Nutzungsbewilligung für Neubauten sowie bei Verkauf oder Vermietung ausgestellt wird.
Was ist der Unterschied zwischen Energieausweis und Zertifizierung für grünes Bauen?
Der Energieausweis ist ein offizielles Dokument, das das Gebäude anhand des berechneten Primärenergiebedarfs in die Energieklasse A0 bis G einordnet. Die Zertifizierung für grünes Bauen ist eine freiwillige Bewertung durch Dritte, die über die Energie hinaus auch Wasser, Materialien, Abfall, Verkehrsanbindung, Gesundheit der Nutzer und weitere Kriterien berücksichtigt.
Lohnt sich eine Zertifizierung für ein Einfamilienhaus?
Für ein normales Einfamilienhaus werden BREEAM und LEED in der Praxis kaum genutzt; ihre Verwaltung ist auf größere Projekte ausgelegt. Sinnvoll ist dagegen das Passivhaus, das sich auf messbare Hüllparameter konzentriert, oder einfach die Planung nach dessen Prinzipien ohne formale Zertifizierung.
Was bietet DGNB im Vergleich zu BREEAM und LEED?
DGNB bewertet ein Gebäude in sechs Dimensionen, einschließlich wirtschaftlicher Qualität und Lebenszykluskosten, nicht nur der Umweltleistung. Im deutschsprachigen Raum und in Mitteleuropa hat es eine starke Position bei institutionellen Investoren, was der Hauptgrund ist, dass es auch bei slowakischen Gewerbeprojekten vorkommt.
Was kostet eine Gebäudezertifizierung?
Die Kosten setzen sich zusammen aus der Systemgebühr, dem Honorar des akkreditierten Gutachters sowie der zusätzlichen Planungs- und Dokumentationsarbeit. Der dritte Posten ist meist der größte und hängt am stärksten davon ab, wie früh die Zertifizierung ins Projekt einbezogen wird. Wird sie erst nach Abschluss der Planung berücksichtigt, steigen die Kosten überproportional.
Kann ein Gebäude gleichzeitig nach mehreren Systemen zertifiziert werden?
Ja, Kombinationen sind üblich, zum Beispiel BREEAM oder LEED für die Gesamtnachhaltigkeit zusammen mit Passivhaus für den Energiebereich. Die Systeme überlappen sich nicht vollständig, daher bedeutet eine Doppelzertifizierung die Zahlung für zwei Bewertungen, auch wenn oft nur eine gemeinsame Planungsgrundlage nötig ist.
Wann sollte die Zertifizierung ins Projekt einbezogen werden?
So früh wie möglich, idealerweise bereits in der Phase der architektonischen Studie. Die meisten Kreditpunkte hängen von Entscheidungen zu Ausrichtung, Form, Tragwerk und Gebäudetechnik ab, die später teuer oder gar nicht zu ändern sind. Eine Zertifizierung, die nachträglich auf einen fertigen Entwurf aufgesetzt wird, führt meist zu einer schlechteren Bewertung zu höheren Kosten.

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  • certifications
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