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Lichtlenkblende
Eine horizontale, reflektierende Blende in Kämpferhöhe, die das untere Glas beschattet und Tageslicht zur Decke lenkt, damit es tiefer in den Raum fällt.
Eine Lichtlenkblende ist eine horizontale, reflektierende Fläche, die auf etwa Kämpferhöhe quer über einem Fenster angebracht wird. Sie beschattet den unteren Teil der Verglasung vor direkter Sonne und lenkt das Tageslicht aus dem oberen Teil an die Decke um. So gelangt das Licht tiefer in den Raum, als es durch ein unbeschattetes Fenster gelangen würde. Die slowakische Bezeichnung lautet svetelná polica (Lichtregal), und die Vorrichtung gehört zur breiteren Familie der Tageslichtplanungsmaßnahmen, die sowohl Licht als auch solare Wärmegewinne steuern.
Was ist eine Lichtlenkblende und wie funktioniert sie?
Eine Lichtlenkblende teilt ein Fenster in zwei Funktionen auf. Das untere Glas liegt unterhalb der Blende, wo der Schatten der Blende direktes Sonnenlicht vom Schreibtisch, vom Boden und vom Bildschirm fernhält. Das obere Glas liegt darüber, und die obere Fläche der Blende fängt das dort einfallende Licht auf und wirft es an die Decke. Die beleuchtete Decke verteilt dieses Licht dann über die hintere Raumhälfte.
Direkte Sonne trifft die Arbeitszone nicht mehr, wodurch Wärmeeintrag und Blendung dort verringert werden. Tageslicht, das sonst nur einen Streifen direkt am Glas ausleuchten würde, erreicht stattdessen die gegenüberliegende Wand. Viele Konstruktionen ergänzen eine innere reflektierende Fläche, um das Licht weiter in den Raum zu bringen, und ein äußerer Vorsprung übernimmt den Sonnenschutz. Beide sollten auf derselben Sonnengeometrie beruhen.
Wo sollte eine Lichtlenkblende im Fenster sitzen?
Üblich ist die Position auf Kämpferhöhe, weil sie die Öffnung dort teilt, wo das Verhältnis von Beschattung und Tageslicht am nützlichsten ist. Die Blende sollte hoch genug liegen, dass das untere Glas in den Stunden stärkster Sonneneinstrahlung beschattet wird, aber niedrig genug, dass das obere Glas einen freien Himmelsblick behält, um Licht hereinzubringen. Wird die Blende verschoben, verändert sich dieser Zielkonflikt auf vorhersehbare Weise, wie die folgende Tabelle zeigt.
| Position der Blende | Beschattung des unteren Glases | Tageslichttiefe im Raum | Ausblick aus sitzender Position |
|---|---|---|---|
| Niedrig, nahe der Fensterbank | Nur ein schmales Band | Gering, nur direkt am Fenster | Gut, der größte Teil des Glases bleibt frei |
| Auf Kämpferhöhe (üblich) | Gut, beschattet das untere Glas bei höchster Sonne | Gut, reflektiert Licht an die Decke | Akzeptabel, Ausblick ist zweigeteilt |
| Hoch, nahe dem Fenstersturz | Stark, der größte Teil des Fensters ist beschattet | Reduziert, wenig Himmel oberhalb sichtbar | Schlecht, Ausblick stark eingeschränkt |
Worin unterscheidet sich eine Lichtlenkblende von einem Dachvorsprung oder einem Brise-Soleil?
Eine Lichtlenkblende unterscheidet sich von beiden, weil sie das Fenster teilt, anstatt es vollständig zu beschatten. Ein Dachvorsprung ist ein massiver Überstand, der die gesamte Öffnung beschattet und damit auch das Tageslicht des Himmels abhält, sodass der Raum im Inneren tiefer dunkler wird. Ein Brise-Soleil ist eine feste Verschattungskonstruktion an der Fassade, häufig ein Raster aus Lamellen oder Lamellenelementen, das die Sonne in bestimmten Winkeln abhält. Er dient vor allem dem Sonnenschutz und lenkt das Tageslicht nur dann nennenswert um, wenn seine Flächen reflektierend sind.
| Merkmal | Lichtlenkblende | Dachvorsprung | Brise-Soleil |
|---|---|---|---|
| Hauptzweck | Tageslichttiefe bei teilweiser Beschattung | Beschattung der gesamten Öffnung | Sonnenschutz über die gesamte Fassade |
| Licht zur Decke | Ja, durch Reflexion | Nein | Nur bei reflektierender Ausführung |
| Himmelsblick aus dem Fenster | Im oberen Glas offen gehalten | Reduziert | Hängt vom Lamellenraster ab |
| Übliche Ausrichtung | Süd | Süd | Süd, Ost und West |
Für welche Gebäude und Ausrichtungen lohnt sich eine Lichtlenkblende?
Eine Südfassade ist auf der Nordhalbkugel, und damit auch in der Slowakei, der stärkste Fall. Die hohe Sommersonne steht so steil, dass eine horizontale Blende ihren Schatten über das untere Glas wirft, während die tiefere Wintersonne unter der Blende hindurch in den Raum scheint und ihn erwärmt. Ost- und Westfassaden erhalten Sonne in flachen Winkeln, die eine horizontale Auskragung nicht gut abfängt, daher erledigen vertikale Elemente diese Aufgabe meist besser. Nordfassaden erhalten wenig direkte Sonne, sodass eine Blende dort vor allem diffuses Licht reflektiert, was ihre Kosten selten rechtfertigt.
Tiefe Räume mit hohen Decken eignen sich am besten. Die Decke muss hoch und hell genug sein, um das reflektierte Licht zu tragen, und der Raum muss so tief sein, dass das Tageslicht eines einzelnen Seitenfensters abnimmt, bevor es die Rückwand erreicht. Büros und Schulen entsprechen diesem Muster. Ihre Nutzung ist tagsüber gleichmäßig, Arbeitsplätze verlaufen entlang des Fensters, und ein gleichmäßiges Tageslicht im gesamten Raum zahlt sich aus.
Warum lohnt sich eine Lichtlenkblende im Einfamilienhaus selten?
Einfamilienhäuser haben meist geringere Raumtiefen, niedrigere Decken und abwechslungsreichere Räume, sodass die Bedingungen, die eine Lichtlenkblende wirksam machen, selten gleichzeitig auftreten. Ein hohes Fenster oder ein Lichtband bringt oft mehr Tageslicht tief in den Raum und ist dabei weniger aufwendig. Eine Lichtlenkblende dagegen ist eine auskragende Fläche, die Schnee- und Windlasten tragen muss, Schmutz sammelt und den Ausblick aus sitzender Position einschränkt. Ein langes, tiefes Wohnzimmer mit einem einzigen Südfenster und hoher Decke ist die Ausnahme, bei der sich eine Blende lohnen kann, wobei auch dort zuerst ein hohes Fenster geprüft werden sollte.
Ehrlich gesagt ist die Lichtlenkblende ein Mittel für große, tiefe Räume, und ein typisches Haus bietet selten solche Räume.
Erhöht eine Lichtlenkblende die Blendung oder die Überhitzung?
Eine Lichtlenkblende verringert die Blendung in der Arbeitszone, weil sie direktes Sonnenlicht am unteren Glas blockiert und die Sonne aus den Augen der Personen fernhält, die am Fenster sitzen. Die beleuchtete Decke verringert zudem den Helligkeitsunterschied im Raum. Eine glänzende obere Fläche kann selbst eine Blendung verursachen, indem sie Sonnenlicht in die Augen der Nutzer reflektiert, daher sind matte Oberflächen leichter zu kontrollieren.
Bei der Überhitzung senkt die Blende den direkten solaren Wärmeeintrag durch das untere Glas, doch das obere Glas lässt weiterhin Sonne herein, und die reflektierende Fläche trägt über die Decke etwas Wärme ein. Eine Lichtlenkblende muss daher mit einer Sonnenschutzvorrichtung oder mit einer Verglasung kombiniert werden, die den solaren Wärmeeintrag begrenzt, und das obere Glas sollte für Sommerbedingungen überprüft werden.
Wie prüft man, ob eine Lichtlenkblende funktioniert?
Sonnenstandsdiagramme für den Standort zeigen, wann das untere Glas in den maßgeblichen Jahreszeiten besonnt wird, und eine Tageslichtsimulation bildet die Beleuchtungsstärke über Boden und Decke ab. Der Tageslichtquotient vergleicht das Innenlicht mit dem Außenlicht bei bedecktem Himmel und ist damit ein nützlicher Maßstab für den tiefen Teil des Raums. Eine Blendungsanalyse zeigt anschließend, ob oberes Glas und Blende an den Arbeitsplätzen Probleme verursachen. Die Messung nach der Bauausführung ist die abschließende Kontrolle.
Welche gängigen Fehlannahmen gibt es zu Lichtlenkblenden?
- Eine Lichtlenkblende ersetzt jede andere Verschattung. Sie schützt nur das untere Glas, daher muss die Sonneneinstrahlung auf dem oberen Glas weiterhin kontrolliert werden.
- Jede Blende funktioniert an jeder Fassade. Die Ausrichtung verändert die Sonnengeometrie, und eine Blende, die im Süden passt, versagt im Osten oder Westen häufig.
- Eine tiefere Blende bringt immer mehr Tageslicht. Mehr Tiefe beschattet stärker, schneidet aber auch den Himmelsblick des oberen Glases ab, daher gibt es ein Optimum statt eines Maximums.
- Eine glänzende Oberfläche verbessert immer das Licht. Eine glänzende Ausführung kann Blendung in den Raum werfen, während eine matte Oberfläche eine vorhersehbarere Verteilung ergibt.
Häufig gestellte Fragen
- Was bewirkt eine Lichtlenkblende beim Tageslicht?
- Sie leitet das Licht aus dem oberen Teil des Fensters zur Decke, von wo es sich weiter in den Raum verteilt. Gleichzeitig hält sie direkte Sonne vom unteren Glas und vom Arbeitsbereich neben dem Fenster fern.
- Funktioniert eine Lichtlenkblende an einer Nordfassade?
- Das ist möglich, doch in der Slowakei erreicht direktes Sonnenlicht ein Nordfenster selten, sodass die Blende meist nur diffuses Himmelslicht reflektiert. Dieser Nutzen rechtfertigt selten die Kosten und den zusätzlichen Planungsaufwand.
- Lohnt sich eine Lichtlenkblende im Einfamilienhaus?
- Meist nicht. Ein hoch sitzendes Fenster oder ein Oberlichtband bringt oft mehr Tageslichttiefe bei geringerer Komplexität. Eine Lichtlenkblende ist vor allem in einem langen, tiefen Wohnraum mit hoher Decke und Südfenster sinnvoll.
- Verursacht eine Lichtlenkblende Blendung?
- Sie verringert die Blendung durch direkte Sonne auf dem unteren Glas, doch eine glänzende, reflektierende Oberfläche kann selbst Blendung erzeugen. Eine matte Oberfläche und eine Simulation des Raums klären die Frage meist.
- Wo sollte eine Lichtlenkblende im Fenster sitzen?
- Meist in Kämpferhöhe, wo sich die Beschattung des unteren Glases und der freie Blick in den Himmel darüber ausgleichen. Die genaue Höhe hängt von der Sonnengeometrie des Grundstücks und der Ausrichtung der Fassade ab.
- Kann eine Lichtlenkblende außenliegende Raffstores ersetzen?
- Nein. Sie beschattet nur das untere Glas, sodass das obere Glas im Sommer weiterhin eine Regelung benötigt, etwa durch Jalousien, einen Brise-Soleil oder eine Verglasung mit geringerem Sonneneintrag.