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Trittschalldämmung (Ln,w)
Die Fähigkeit einer Decke, Geräusche zu begrenzen, die durch direktes Begehen, Umstellen von Möbeln oder Herunterfallen von Gegenständen entstehen. Gemessen als L’n,w in Dezibel, wobei niedrigere Werte besser sind.
Was ist Trittschall und wie unterscheidet er sich von Luftschall?
Trittschall entsteht, wenn die Baukonstruktion direkt angeregt wird: durch Tritte, einen herunterfallenden Gegenstand oder einen über den Boden geschobenen Stuhl. Die Energie gelangt nicht zuerst durch die Luft. Sie dringt in den Boden ein und wandert durch die Konstruktion, bis sie im darunterliegenden Raum wieder als Luftschall abgestrahlt wird. Deshalb hört man ihn an einem Ort, der vom Entstehungsort entfernt ist.
Die Luftschalldämmung befasst sich mit dem gegenteiligen Fall: Sprache und Fernsehton treffen als Druckwellen auf die Konstruktion, und hier hilft Masse. Genau deshalb kann Trittschall nicht mit Masse gelöst werden. Eine schwere Stahlbetondecke ist hervorragend gegen Gespräche im Nebenraum, gibt aber Trittgeräusche nahezu unvermindert weiter. Die Trittschallleistung wird als bewerteter, normierter Trittschallpegel L’n,w in Dezibel angegeben, wobei niedrigere Werte besser sind.
| Frage | Trittschall | Luftschall |
|---|---|---|
| Wie die Energie eintritt | Direkte Anregung der Konstruktion | Druckwellen in der Luft |
| Typische Quelle | Tritte, Möbel, herunterfallende Gegenstände | Sprache, Fernseher, Musik |
| Was hilft | Entkopplung, schwimmende Schichten, elastische Lagerungen | Masse, mehrschalige Aufbauten, Hohlraumabsorption |
| Was nicht hilft | Alleinige Erhöhung der Masse | Eine elastische Unterlage allein |
| Gemessen als | L’n,w, niedriger ist besser | Bewertetes Schalldämmmaß, höher ist besser |
| Maßgebliche slowakische Norm | STN 73 0532 | STN 73 0532 |
Was fordert die slowakische Norm?
Die bauakustischen Anforderungen in der Slowakei sind in der STN 73 0532 festgelegt. Für Decken zwischen zwei Wohneinheiten wird üblicherweise ein Grenzwert von 55 dB oder weniger genannt. Der Wert wird durch Messung am fertigen Gebäude verifiziert, nicht allein durch Berechnung. Das hat eine praktische Konsequenz, die Planer manchmal übersehen: Die Planung muss eine Sicherheitsmarge enthalten, da der gemessene Wert die Flankenübertragung und alle baustellentypischen Unwägbarkeiten beinhaltet, die in der Berechnung vernachlässigt wurden.
Die zugehörige Wärmeschutznorm, STN 73 0540, regelt einen völlig anderen Eigenschaftssatz. Ein Deckenaufbau muss daher zwei unabhängige Anforderungskataloge erfüllen, die in unterschiedliche Richtungen weisen: Dicke und Masse für die Akustik, Wärmedurchlasswiderstand und Heizleistung für den Komfort. Diese gleichzeitig zu erfüllen, ist eine Planungsaufgabe, keine baustellenseitige.
Was ist ein schwimmender Estrich und was macht ihn wirksam?
Der bewährte Ansatz ist ein schwimmender Estrich: Ein Estrich, der auf eine elastische Schicht gegossen wird, die ihn vollständig von der Rohdecke trennt. Der Estrich wird zu einer unabhängigen Platte, die unter Trittbelastung nachgibt und nur einen abgeschwächten Teil der Energie an die darunterliegende Decke weitergibt.
Die Bedingung ist die konsequente Trennung von allem anderen, also nicht nur von der Decke, sondern auch von jeder Wand und jeder Rohrdurchführung. Ein einziger starrer Kontakt, eine Schallbrücke, macht die gesamte Schicht wirkungslos. Berührt der Estrich den Putz auch nur an einer Stelle, leitet er Trittgeräusche in die Wand und von dort in den Nachbarraum. Der gemessene Wert liegt dann um mehrere Dezibel schlechter als die Berechnung versprach. Der Fehler ist nach dem Verlegen des Bodenbelags unsichtbar, weshalb die Kontrolle vorher erfolgen muss.
Wie wird eine Schallbrücke auf der Baustelle vermieden?
- Die elastische Schicht ringsum über das Estrichniveau hochführen und erst nach dem Verlegen des Bodenbelags kürzen.
- Rohre und Leitungen unterhalb der elastischen Schicht verlegen, nicht darin. Unvermeidbare Durchdringungen mit einer elastischen Manschette ummanteln.
- Türschwellen und Treppenpodeste als Unterbrechungen im Estrich ausbilden, nicht als durchgehende Platte von Raum zu Raum.
- Sockelleisten nur an der Wand befestigen und einen Spalt zum Bodenbelag lassen, der mit flexiblem Dichtstoff geschlossen wird.
- Mörtelreste und Verschnitt vor dem Estrichguss von der elastischen Schicht entfernen, denn ein ausgehärteter Brocken ist eine Brücke.
Keines dieser Details ist teuer und keines ist schwierig. Alle gehen routinemäßig verloren, wenn der Boden von einem Gewerk verlegt wird, das in Höhen und Gefällen, nicht aber in den Gründen für die Randstreifen eingewiesen wurde.
Wie verändert eine Fußbodenheizung den Deckenaufbau?
Bei beheizten Böden muss derselbe Estrich sowohl Wärme speichern als auch schwimmen. Das bedeutet eine größere Dicke, durch die Heizungsplanung festgelegte Bewegungsfugen und eine elastische Schicht, die über Temperaturzyklen und unter Dauerlast formstabil bleibt. Die elastische Schicht ist in der Regel eine hochdichte Mineralfaserplatte, die speziell für den Einsatz unter Estrich hergestellt wurde, oder ein elastifiziertes Polystyrolprodukt. Das akustische Ergebnis wird durch das deklarierte dynamische Verhalten der Platte zusammen mit der Masse des darüberliegenden Estriches bestimmt.
Der Aufbau wird daher vom Heizungsingenieur und vom Akustiker gemeinsam geplant, nicht nacheinander, denn jeder kann die Annahmen des anderen zunichtemachen. Auch die Wahl des Bodenbelags spielt eine Rolle: Ein harter Belag auf einem beheizten Boden wird wegen seines Wärmedurchlasswiderstands gewählt, und diese Wahl interagiert mit der Frage der Kompatibilität des Belags, lange bevor jemand an Trittgeräusche denkt.
Wo tritt das Trittschallproblem am häufigsten auf?
| Stelle | Was passiert | Abhilfe |
|---|---|---|
| Randstreifen | Zu früh gekürzt, Estrich berührt Putz | Nach dem Verlegen des Belags kürzen, niemals vorher |
| Rohrdurchführungen | Starrer Kontakt durch die elastische Schicht | Leitungen unterhalb der Schicht, elastische Manschetten bei Unvermeidbarem |
| Treppenläufe | In die Trennwand eingegossen, Tritte gehen direkt hindurch | Elastomerlager, entkoppelte Läufe und Podeste |
| Türschwellen | Estrich durchgehend zwischen Räumen und bis zum Flur | Bewusste Unterbrechungen an Türlinien |
| Laminatunterlagen | Als Ersatz für einen schwimmenden Estrich verkauft | Als Verbesserung behandeln, nicht als Einhaltung der Norm |
Der zweite typische Problembereich sind Treppenhäuser und Trennwände in Doppelhäusern und Reihenhäusern. Ein in eine Trennwand eingegossener Treppenlauf überträgt Trittgeräusche direkt ins Schlafzimmer des Nachbarn, und keine noch so gute Bodenbehandlung auf beiden Seiten kann das später beheben. Wenn das Grundstück zusätzlich einer Lärmquelle von außen ausgesetzt ist, gehören die Lärmstudie und die Bodenakustik in dieselbe Diskussion, denn ein Haus kann die eine Anforderung problemlos erfüllen und an der anderen scheitern.
Häufig gestellte Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Trittschall und Luftschall?
- Trittschall entsteht durch direkte Anregung der Bauteile, etwa durch Schritte, fallende Gegenstände oder das Verschieben von Stühlen. Luftschall hingegen gelangt als Schalldruckwelle an die Konstruktion, zum Beispiel durch Sprache oder einen Fernseher. Die Unterscheidung ist wichtig, weil Masse gegen Luftschall hilft, gegen Trittschall jedoch kaum etwas ausrichtet.
- Welcher Trittschallpegel ist in Slowakei zwischen zwei Wohnungen vorgeschrieben?
- Die bauakustischen Anforderungen sind in der Norm STN 73 0532 festgelegt. Für Decken zwischen zwei Wohnungen gilt üblicherweise ein Grenzwert von 55 dB für den bewerteten normierten Trittschallpegel. Dieser Wert wird am fertigen Gebäude messtechnisch überprüft, weshalb die Planung einen Sicherheitszuschlag vorsehen sollte, anstatt exakt den Grenzwert anzustreben.
- Warum löst eine schwere Betondecke das Problem des Trittschalls nicht?
- Weil die Schallenergie nicht erst durch die Luft wandert. Trittgeräusche werden direkt in die Decke eingeleitet und breiten sich im Bauteil aus, bis sie als Schall in den darunterliegenden Raum abgestrahlt werden. Eine schwere Decke dämpft zwar Gespräche im Nachbarraum sehr effektiv, lässt Trittschall jedoch nahezu unvermindert passieren. Daher hilft hier nicht mehr Masse, sondern eine entkoppelnde Schicht.
- Was ist eine Schallbrücke?
- Eine Schallbrücke ist jede starre Verbindung zwischen dem schwimmenden Estrich und der umgebenden Baukonstruktion: zum Beispiel Estrich, der an einer Stelle die Randdämmung durchstößt und die Wand berührt, ein Rohr, das ohne Entkopplung durch die Dämmschicht geführt wird, oder eine Fußleiste, die sowohl am Estrich als auch an der Wand befestigt ist. Bereits eine einzige Schallbrücke kann den Trittschall direkt ins Bauwerk leiten und den Schallschutz um mehrere Dezibel verschlechtern.
- Helfen Trittschalldämmungen unter Laminatböden?
- Sie sind eine Teilmaßnahme. Eine weiche Unterlage verbessert zwar den Gehkomfort und reduziert die Geräusche im selben Raum, für die darunterliegende Wohnung bringt sie jedoch weit weniger als ein vollständig schwimmender Estrich. Zwischen zwei Wohnungen reicht eine solche Unterlage in der Regel nicht aus, und sie sollte dem Bauherrn auch nicht als gleichwertige Lösung angeboten werden.